Reinfelder Bote

Reportagen aus Reinfeld und Nordstormarn

Wer erinnert sich nicht gerne an den Reinfelder Boten, das regionale Mitteilungsblatt für Reinfeld und Nordstormarn?
Leider wurde es vor einigen Jahren eingestellt. Aber jetzt ist er wieder da, der Reinfelder Bote!
Online unter reinfelderbote.udopius.de mit aufsehenerregenden Reportagen aus Reinfeld und Nordstormarn!

REINFELDER BOTE ONLINE

Herausgeber:
Udo Reichle-Röber

Fragen & Anregungen an:
 u d o p i u s @ w e b .d e

Der Reinfelder Bote Online
ist ein nichtkommerzielles Informationsangebot
und erscheint unregelmäßig auf „udopius.de/reinfelderbote“

Wir berichten nicht über aktuelle Geschehnisse, sondern bringen Hintergrundberichte zu interessanten Themen und Menschen
in Reinfeld und Nordstormarn.

Impressum | Kontakt

Abenteuer Journalismus

Die heute vierundsechzigjährige Rita Bolzmann, vormals Rita Peters-Schäber ist die Herausgeberin des originalen Reinfelder Boten gewesen, der von 1996 bis 2014 in Reinfeld und Nordstormarn in einer Auflage von zuletzt 8.000 Exemplaren erschienen ist.

Vor über 40 Jahren kam die Bürokauffrau eher zufällig zum Journalismus. Beim Erstellen einer Festzeitschrift für die Oldesloer Bügerschützengilde wurde ihr Talent entdeckt und sie arbeitete fortan bei „Reinfeld Aktuell“ mit, das ebenfalls eine lokale Zeitung im DIN A4 Hochkantformat war.

Vier Generationen Reinfelder Bote – von 1995 bis 2014

1995 gründete Rita Bolzmann sechs Wochen nach der Geburt ihrer Tochter den Reinfelder Boten als Informationsblatt für Bürger, Vereine, Kommunen und Gewerbe in Reinfeld und Nordstormarn. Anfangs waren die Fotos recht groß, weil sich der Bote redaktionell erst etablieren musste. Später als Rita mehr Berichte bekam, als in das Heft passten, mussten die Fotos sehr klein ausfallen, um alles unterbringen zu können

Der Reinfelder Bote finanzierte sich in Redaktion, Druck und Vertrieb ausschließlich durch die Werbeanzeigen der Reinfelder und Nordstormarner Geschäftsleute. So konnte er kostenlos an alle Haushalte verteilt werden.

Evolution des „Gelben Blattes“

„Nicht ohne meine Tochter“ war Rita in der ersten Zeit unterwegs um Reportagen zu verfassen und Anzeigekunden zu werben. Auf dem einem Arm das Kind, auf dem anderen den Boten. Es gab Geschäftsleute, die nicht mit ihr reden wollten, wenn sie ihre Tochter nicht dabei hatte.

Kind und Beruf ließen sich, so Rita Bolzmann, gut miteinander in Einklang bringen, zumal die Selbständigkeit auch den nötigen Freiraum für die Familie mit sich brachte. Wenn ihre Tochter schlief, konnte sie in Ruhe das Layout und die Texte setzen. Damals noch mit einem Fotosatzautomaten – schneiden, kleben, belichten – ohne jegliche spätere Korrekturmöglichkeit.

Rita Bolzmann - die Gründerin des "echten" Reinfelder Boten

Aber frei nach der Devise "Unternehmer sein, heißt etwas unternehmen - auch als Selbständige selbst und ständig" hat Rita Bolzmann den Reinfelder Boten ganz alleine auf die Beine stellen können. Darüber hinaus war  sie im Handelsverein Reinfeld (HVR) von 2003 bis 2013 die Vorsitzende des Werbeausschusses.

Der jüngste Reinfelder Bote war ein siebenjähriger Austräger, der in seinem Dorf 43 Haushalte zu versorgen hatte. Die älteste Austrägerin war noch in betagtem Alter seit über vierzig Jahren für "die Gelbe" wie der Bote aufgrund seiner Titelfarbe auch genannt wurde, tätig und vererbte ihr Amt später innerhalb der Familie.

Reinfeld Aktuell - der Vorgänger des Reinfelder Boten

Besonders gerne schrieb Rita Bolzmann Reiseberichte und Kurzgeschichten. Auch die Vorstellung der ansässigen Firmen machten ihr immer viel Freude. Die Lieblingsbilder aus der Zeit als Herausgeberin des Reinfelder Boten sind das Bild von der Strohschute auf der Trave und das Frühlingsbild vom Herrenteich, das sogar vom Burda-Verlag gekauft wurde.

Ungern schrieb sie über Bürgermeisterwahlen und Lokalpolitik, zumal durchaus versucht wurde, Einfluss auf ihre Berichterstattung zu nehmen. Ebenfalls ärgerlich waren anonyme Briefe, in denen sie aufgefordert wurde, bestimmte Leute öffentlich anzuschwärzen.

Kurios hingegen war der Leser, der ihr regelmäßig die aktuelle Ausgabe mit deutlich hervorgehobenen Rechtschreibkorrekturen per Post zurückschickte. Oder die Frau, die ihrer Nachbarin regelmäßig den Boten aus dem Briefkasten klaute, um ihn ihrer Bekannten zu geben. Eine schöne Zeitungsente war auch der Bericht über die Heilshooper Fluchtenten - es hätte Flugenten heißen sollen...

Während der Jahre, in denen Rita den Reinfelder Boten herausbrachte, lebte sie in Hoisdorf, in Siek und in Stubbendorf. Nun lebt sie endlich in Reinfeld  aber ohne Boten.

Nachdem der Reinfelder Bote 2014 eingestellt wurde, entschied Rita Bolzmann sich für einen Neuanfang bei einem großen Supermarkt in Reinfeld. Ganz oder gar nicht lautete ihre Devise. Das galt auch für ihr journalistisches Engagement.

Wir danken Rita Bolzmann für ihr großartiges Projekt, das uns so viele Jahre begleitet hat und für die Erlaubnis das Markenzeichen nun online betreiben zu dürfen.

Die Redaktion

Unsere Themen: